• Christopher

Wertpapiere erklärt: Was ist eine Aktie?

Den Begriff Aktie hat wohl jeder schon einmal gehört, aber was ist das eigentlich genau? Was kann man sich darunter vorstellen?


Gerade in Zeiten einer Niedrigzinsphase ist es ein absolutes Muss, sich nach alternativen Investmentmethoden abseits von Sparbuch und Girokonto umzuschauen. Der erste Begriff, der einem dabei einfällt, ist vermutlich die Aktie. Aber was ist überhaupt eine Aktie?

"Mir gehört der Laden!"

Aktien sind nichts anderes als Beteiligungswerte an Unternehmen. Strikt definiert ist eine Aktie ein Finanzinstrument, welches dem Aktionär einen Anteil am Grundkapital einer Aktiengesellschaft verbrieft. Dem Aktieninhaber werden dadurch Vermögens- und Mitspracherecht gesichert. Durch den Besitz von Aktien ist man also tatsächlich direkt an einem Unternehmen beteiligt und ein (vermutlich eher kleiner) Teil davon ist in seinem Besitz.


Hinter einer Aktie steht echtes Firmenvermögen. Aktien von börsennotierten Unternehmen werden, anders als andere Unternehmensanteile, täglich an der Börse gehandelt. Der Preis einer Aktie ergibt sich im Wesentlich aufgrund von Angebot und Nachfrage und nicht nur dadurch, was das Firmenvermögen tatsächlich wert ist. Die Entwicklung des Geschäftserfolges sowie des wirklichen Firmenvermögens findet aber doch langfristigen Niederschlag im Kurs der Aktie.


Die Chancen

Als Käufer einer Aktie hofft man auf zwei Dinge:

  • Kursgewinne: Liefert das Unternehmen eine gute Performance, wird auch die Nachfrage der Aktie steigen und somit gleichzeitig auch der Kurs. Im Endeffekt liefert das Kursgewinne.

  • Dividenden: Teile der Unternehmensgewinne bleiben nicht im Unternehmen sondern werden als sogenannte Dividende an die Aktionäre (Besitzer von Aktien) ausgeschüttet. Die Höhe wird einmal jährlich in der Hauptversammlung beschlossen.


Standard- und Nebenwerte

Man kann die Aktien in zwei Kategorien einteilen. Als Kriterium für diese Einteilung gilt die Unternehmensgröße (gemessen z.B. an der Marktkapitalisierung) der Aktiengesellschaft.

  • Standardwerte: Diese Titel, eher bekannt unter dem englischen Namen Large Caps oder Blue Chips, sind Aktien großer börsennotierter Unternehmen, die in einem großen Aktienindex (bspw. Dow Jones, DAX, Euro Stoxx 50, usw.) notieren. Bekannte Unternehmen dieser Kategorie sind zum Beispiel Allianz, Daimler, OMV, Voestalpine, Coca-Cola, McDonalds und viele mehr.

  • Nebenwerte: Diese Aktien, die man aus den zwei Kategorien Small Caps und Mid Caps zusammenfassen kann, sind Wertpapiere von Aktiengesellschaften, die zumindest nicht in den großen Leitindizes vertreten sind. In der Regel gibt es dafür aber auch eigene Indizes, wie beispielsweise den SDAX oder MDAX. Beispiele für diese Kategorie sind Fielmann, 1&1 Drillisch AG, Helvetia Versicherung, Lindt & Sprüngli oder TUI. Viele Unternehmen sind aber auch in gar keinem eigenen Index gelistet.

Auf welche Titel man setzt, ist natürlich jedem selbst überlassen. Grob allgemein sind die großen Einzeltitel, also die Blue-Chips, traditionell weniger Schwankungen ausgesetzt als beispielsweise kleinere Nebenwerte.


Unterschiede bei Aktiengattung

Bei manchen Gesellschaften gibt es zwei unterschiedliche Arten von Aktien:

  • Stammaktien: Durch diese Art der Aktien hat man ein Stimmrecht und darf bei gewissen Entscheidungen mitreden. Natürlich nicht laufend und jederzeit, dafür gibt es ein eigenes Management. Im Zuge der jährlich stattfindenden Hauptversammlung werden aber von den Aktionären gewisse Entscheidungen gefordert, bei denen ein Inhaber einer Stammaktie mitstimmen darf. Hier wird beispielsweise beschlossen, ob die vom Vorstand vorgeschlagene Dividende fair und angemessen ist. Oder auch, wer im Aufsichtsrat sitzen darf (und somit den Vorstand kontrolliert). Bevor du dich jetzt aber zu früh freust: Als kleiner Aktionär mit ein paar wenigen Aktien wird seine eigene Stimme kaum Gewicht haben, da diese keinen nennenswerten Anteil am Grundkapital des Unternehmens repräsentiert. Als Privatanleger ist das Stimmrecht per se also vermutlich viel weniger wichtig als einem institutionellen Investor wie einer Bank oder einer Fondsgesellschaft.

  • Vorzugsaktien: Ganz nach dem Motto "Schweigen ist Gold" verzichtet man bei einer Vorzugsaktie auf sein Rede- und Stimmrecht und erhält dafür aber eine Entschädigung. Die Dividende an Vorzugsaktionäre ist meist höher als die Dividende an die Stammaktionäre. Insbesondere als Kleinanleger kann es sich also durchaus lohnen, auf sein Stimmrecht zu verzichten.


Inhaber- und Namensaktien

Eine zusätzliche Unterscheidung bei Aktien kann noch zwischen sogenannten Inhaber- und Namensaktien getroffen werden. Hier wird nach der Art der Übertragbarkeit unterschieden.

Bei Inhaberaktien wird der Eigentümer nicht namentlich genannt und der Besitz der Aktie ist entscheidend. Diese Aktien stellen den häufigsten Typ dar und werden auch an der Börse gehandelt.

Namensaktien sind vergleichsweise eine Seltenheit. Diese wird auf eine bestimmte Person ausgestellt und nur die Person darf alle Rechte der Aktie ausüben. Solche Aktien werden üblicherweise in kleineren Kreisen gehandelt.


Das Risiko

Wenn du Aktionär eines Unternehmens bist, bist du aber an den Verlusten genauso beteiligt wie an den Gewinnen (ausgedrückt durch fallende Kurse und/oder sinkende Dividenden). Das kann soweit gehen, dass du im Falle einer Ernstsituation dein gesamtes eingesetztes Kapital verlierst (Totalverlust).

Sei dir also immer bewusst, dass du mit dem Kauf von Wertpapieren Risiken eingehst und informiere dich vorab genau über das Unternehmen.


Fazit

Mit dem Kauf einer Aktie bist du Aktionär und partizipierst an den Gewinnen des Unternehmens. Als Aktionär hoffst du auf Kursgewinne sowie steigende Dividenden.

Die Aktien werden nach ihrer Größe (Marktkapitalisierung) in Standardwerte (Large Caps) und Nebenwerte (Small- und Mid Caps) unterschieden. Beim Kauf kannst du dich meistens dafür entscheiden, ob du dein Stimmrecht ausüben willst (Stammaktie) oder darauf gegen eine höhere Dividende verzichtest (Vorzugsaktie). Ein Risiko besteht beim Kauf von Wertpapieren aber immer - sei dir dessen bewusst.


Du suchst Ideen für ein Portfolio von erfahrenen Nutzern holen? Dann registriere dich kostenlos auf der Social Trading Plattform und schau dir unterschiedlichste fertig zusammengestellte reale Portfolien an*:

Wir lesen uns,

Christopher von eduInvest.

51 Ansichten0 Kommentare

Aktuelle Beiträge

Alle ansehen