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Wertpapiere erklärt: Was ist ein ETF?

Aktualisiert: 23. Mai 2021

Die Bezeichnung ETF ist die Abkürzung für Exchange Traded Funds und heißt auf Deutsch so viel wie börsengehandelter Indexfonds. Aber was verbirgt sich genau dahinter?


Die Grundidee eines ETF ist es, die Wertentwicklung eines zugrundeliegenden Index nachzubilden. Somit werden in dem ETF die Vorteile von Aktien und Investmentfonds gebündelt und die Wertentwicklung verläuft parallel zum Index. Um das Produkt zu verstehen, beginnen wir am Anfang.


Was ist ein Investmentfonds?

Ein Fonds dient zur Kapital- und Geldanlage - das Prinzip unterscheidet sich aber gegenüber beispielsweise Aktien. Durch ein Investment in Fonds werden nicht direkt einzelne Wertpapiere (Aktien) von bestimmten Unternehmen erworben, um an den Dividenden und Kursentwicklungen dieses speziellen Unternehmens zu partizipieren. Vielmehr dient der Investmentfonds als eine Art Geldsammelstelle und erwirbt mit dem gesammelten Geld je nach dem individuellen Ziel Vermögenswerte - das können beispielsweise Aktien, Anleihen oder Immobilien sein.


Als privater Investor hat man durch den Erwerb von Anteilen eines Fonds den Vorteil, sein Geld auf mehrere Vermögenswerte aufzuteilen und dadurch eine höhere Diversifikation zu erreichen. Gleichzeitig spart man auch einiges an Transaktionskosten, die entstehen würden, wenn man sich alle enthaltenen Einzeltitel selbst kauft.

Bei einem aktiven Investmentfonds steht außerdem ein Fondsmanager an der Spitze, der den Fonds aktiv verwaltet und mit seiner Expertise Investmententscheidungen treffen kann. Dafür werden von dem Anleger jährliche Kosten erhoben.

Genau diese aktiven Investmententscheidungen bilden den größten Unterschied zwischen aktiven Investmentfonds und den passiven verwalteten Fonds - so genannte Indexfonds oder börsengehandelten Exchange Traded Funds (ETFs).


Was ist nun ein ETF und wie funktioniert er?

Wie bereits eingangs erwähnt kombiniert ein ETF die Vorteile eines Investmentfonds sowie einer Aktie.


Ein ETF ist wie ein Fonds reguliert, vielfältig und sicher (bildet ein Sondervermögen) und wird zusätzlich wie eine Aktie an der Börse gehandelt, hat transparente Preise und ist liquide.

Im Gegensatz zu einem aktiven Fonds werden eben keine bewussten strategischen Investmententscheidungen getroffen, vielmehr wird bei den passiven Fonds immer ein ausgewählter Index (z.B. DAX, ATX, MSCI World) nachgebildet. Investments werden so durchgeführt, dass der Index bestmöglich widergespiegelt wird.

Dadurch entfallen z.B. aufwendige Analysen des Marktes etc. Für den Anleger zeigt sich das in Form von geringeren Gebühren und Kosten im Vergleich zu einem aktiven Fonds.

Durch ein Investment in einen ETF kann man also erwarten, kongruent mit dem Markt mitzuwachsen und dementsprechend auch genauso viel Rendite zu erzielen. Risiken wie Totalausfälle, wenn man in einzelne Aktien investiert, können damit diversifiziert und minimiert werden.

Der Index wird in einem ETF auf zwei unterschiedliche Arten nachgebildet - entweder mittels physischer Replikation (hier werden die Aktien des Index gekauft und im ETF gehalten) oder mittel synthetische Replikation (hier wird der Index über ein Tauschgeschäft abgebildet).


Börsengehandelt?

Jeder ETF bildet einen zugrundeliegenden ETF ab, es werden folglich keine Fondsmanager benötigt, die aktive Entscheidungen treffen - gleichzeitig kann man einen ETF regulär an der Börse handeln. Während den Öffnungszeiten der Börse ist es möglich, Anteile eines ETFs kaufen und verkaufen.

Reguläre passive Indexfonds sind üblicherweise nur einmal täglich über die entsprechende Fondsgesellschaft handelbar.

Dies ist der Unterschied zwischen einem ETF und einem passiven Indexfonds - der ETF ist börsengehandelt und kann daher täglich gekauft bzw. verkauft werden, d.h. steigende und fallende Kurse können von Anlegern ausgenützt werden. Ein passiver Indexfonds, der auch wie ein ETF einen bestimmten Index nachahmt, bildet jeden Tag nur einen Kurs ab.



Das neue Sparprodukt für den Kleinanleger?

Gerade in den letzten Jahren erfahren die ETFs immer mehr und mehr an Beliebtheit und Aufmerksamkeit. Nicht zuletzt, weil man sehr einfach einen regulären ETF-Sparplan erstellen kann und damit die Chance hat, langfristig an der weltweiten Marktentwicklung teilzunehmen. Aber warum ist das so?

Einerseits sind ETFs gegenüber den aktiv verwalteten Fonds wesentlich kostengünstiger. Es steht kein Fondsmanagement dahinter, welches aktive Investmententscheidungen treffen muss. Ein bestimmter Index wird abgebildet und der daraus resultierende Kostenvorteil sorgt im Endeffekt für eine höhere Rendite.

Auch die Einfachheit eines ETFs ist ein entscheidender Vorteil gegenüber anderen Produkten. Wenn man einen Anteil eines ETF erwirbt, weiß man genau, was man im Depot hat und welche Titel darin enthalten sind. Man kann sich jederzeit informieren, worin der ETF investiert und aus welchen Titeln, Sektoren und Ländern sich der zugrundeliegende Index zusammensetzt. Diese Einfachheit und Transparenz ist leider nicht bei allen Finanzprodukten gegeben.

Da sich ein Index aus mehreren Einzeltitel zusammensetzt (z.B. hat der MSCI World über 1.600 Aktien), kann man mit seinem Investment sehr breit gestreut (Stichwort Diversifikation) anlegen und von Marktsteigerungen profitieren. Frei nach dem Motto "Lege nicht alle Eier in einen Korb" ist man dabei eben nicht von einzelnen Aktien abhängig.

Zu guter Letzt bieten ETFs ein hohes Maß an Flexibilität. Innerhalb der Börsenzeiten kann man Anteile jederzeit kaufen und verkaufen und so auf Kursentwicklungen reagieren. Bei aktiv verwalteten Fonds kann es durchaus sein, dass ein Verkauf einige Tage dauert, bis er vollzogen ist. Dies kann unter Umständen zu einem Kursnachteil und somit weiterem Verlust führen.


Vor- und Nachteile eines ETF

Zusammengefasst bietet ein ETF also folgende Vorteile:

  • Flexibilität

  • Liquidität

  • Kostengünstig

  • Sicherheit (da sie ein Sondervermögen bilden)

  • Transparenz

  • Börsengehandelt

Doch auch über die Nachteile solltest du Bescheid wissen:

  • Keine Überrenditen ("Outperformance") gegenüber dem vergleichenden Index möglich

  • Du musst dich um die Anlage selbst kümmern (Auswahl des ETF, Kauf, Einrichtung Sparplan etc.)

  • Die Funktionsweise des Index und des ETFs muss verstanden werden (dies gilt in der Regel aber für alle Investmententscheidungen)



Fazit

Mit einem ETF kannst du also auf einfache Art und Weise in ganze Märkte investieren. Dabei ist es möglich zwischen unterschiedliche Anlageklassen wie Aktien, Anleihen, Immobilien oder sogar Rohstoffe zu wählen. Da ETFs auch keine Haltefristen haben, können sie auch jederzeit gehandelt, gekauft und verkauft werden.

Durch die Transparenz kannst du damit deine persönliche Anlagestrategie sehr einfach umsetzen.

Sparpläne auf ETFs sind sehr leicht eingerichtet und bieten dir als privater Anleger die einfache Möglichkeit, die Inflation zu schlagen und somit eine echte Alternative, langfristig ein Vermögen aufzubauen.


Wir lesen uns,

euer Christopher von eduInvest.

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