• Christopher

Alles beginnt mit der Planung

Aktualisiert: 4. Jan. 2021

Warum ein "Kassasturz", also eine Auflistung von Vermögenswerten, Verbindlichkeiten sowie ein monatliches Haushaltsbuch, bei keiner Finanzplanung fehlen darf!



Das Thema persönliche #Finanzen blendet man gerne aus. Oft ist man einfach nur froh, wenn am Ende des Monats mehr Einnahmen als Ausgaben übrig bleiben und darum entweder etwas schönes kauft oder einen Teil davon zur Seite legt.

Wenn man jedoch einen Schritt Richtung finanzieller Unabhängigkeit machen will und sich dem Thema der eigenen #Finanzen ernsthaft annimmt, muss man mit der Erstellung einer Vermögensaufstellung sowie der monatlichen Ein- und Ausnahmen beginnen.


Vermögenaufstellung, Haushaltsbuch - brauche ich das wirklich? Und was ist das überhaupt?

Darauf gibt es eine ganz klare Antwort - Ja! Wenn man den Entschluss fasst, sein #Geld für die Zukunft gewinnbringend zu veranlagen (wovon ich jeden Leser überzeugen will), muss man sich zuallererst einmal darüber klar werden, wie viel sich insgesamt in seinem Besitz befindet und welche Summe am Ende des Monats zur Veranlagung übrig bleibt.

Doch was genau ist denn jetzt der Unterschied zwischen einer Vermögensaufstellung und einem Haushaltsbuch?


Bei einer Vermögensaufstellung erstellt man eine Art persönliche Bilanz, ganz ähnlich einer Jahresbilanz von Unternehmen. Das heißt auf der linken Seite, der sogenannten Aktivseite der Bilanz, gliedert man alle Vermögenswerte, die man besitzt, nach unterschiedlichen Kategorien zusammen. Die Kategorien können zwar individuell gestaltet werden, sollten jedoch hinreichend granular sein. Auf der rechten Seite, der sogenannten Passivseite der Bilanz, werden alle Verbindlichkeiten, also Vermögenswerte, die man jemand anderem schuldet (z.B. der Bank bei einem Kredit), zusammengefasst. Das Saldo davon, also Aktiv- minus Passivseite, stellt das Nettovermögen dar, welches man besitzt.


Eine beispielhafte Darstellung einer persönlichen Bilanz könnte folgendermaßen ausschauen:


Wichtig dabei ist immer das sogenannte Prinzip der kaufmännischen Vorsicht.


Wenn man zum Beispiel den Wert einer Kapitallebensversicherung erfasst, ist es wichtig, nicht den Wert aufzunehmen, den man am Ende der Laufzeit erhalten wird, sondern lediglich den tatsächlichen Zeitwert der #Versicherung, den sogenannten Rückkaufswert (Details zu #Versicherungen und welche überhaupt benötigt werden findest du in meinen weiterführenden Blogs!).

Wenn man ein Auto besitzt, sollte man lediglich den erzielbaren Verkaufswert (z.B. resultierend aus EUROTAX-Bewertung, klicke auf den externen Link für mehr Informationen zu EUROTAX) erfassen und nicht den Betrag, um den man das Auto vor Jahren gekauft hat.

Dem Prinzip folgend sollte man seine Vermögenswerte daher mit einer gewissen Vorsicht bewerten.


Das Nettovermögen, also die Differenz aus Aktiv- und Passivseite, sollte zu einem positiven Wert resultieren. Diese Zahl repräsentiert das persönliche Vermögen. Der Wert ist allerdings mit einer gewissen Vorsicht behaftet. Warum? Nun, wenn man zum Beispiel ein Auto im Wert von 5.000€ besitzt und in die Vermögensaufstellung einberechnet hat, gleichzeitig aber darauf angewiesen ist, um täglich zu seiner Arbeit zu fahren, wird man das Auto kaum verkaufen. Somit hat man zwar ein Vermögen von 5.000€, dieses ist allerdings eher von theoretischer Natur, da man sein Auto aufgrund der beruflichen Situation nicht verkaufen kann. Ähnlich verhält sich das z.B. mit einer eigengenützten Immobilie. Das Vermögen daraus ist zwar in seinem Besitz, allerdings handelt es sich dabei eben um kein liquides Vermögen, wenn man auf den Wohnraum angewiesen ist.


Haushaltsbuch? Das ist doch nur was für Spießer!

Um dir einen vernünftigen Plan zu überlegen, ist die Erstellung eines Haushaltsbuches, die sogenannte Liquiditätsaufstellung, essentiell.

Bei Unternehmen wäre das analoge Instrument eine "Gewinn- und Verlustrechnung", also nichts anderes als eine Aufstellung der laufenden Einnahmen und Ausgaben über einen eigens definierten Zeitraum. Für seine persönlichen Finanzen empfiehlt es sich, eine monatliche Haushaltsrechnung zu erstellen.

Unter Einnahmen fallen zum Beispiel das monatliche Gehalt, weitere Nebeneinkünfte usw. Unter Ausgaben fallen reguläre Zahlungen wie Miete, Kredittilgung, Fixkosten, Internet, Telefon und co, aber natürlich auch Freizeitaktivitäten wie Kinobesuche oder Essen gehen. Bei der Gestaltung und Festsetzung der Kategorien eines Haushaltsbuches ist man selbst sehr frei. Meine Empfehlung hier wäre, nicht zu viele Kategorien zu erstellen, da der Aufwand zur Führung einer Haushaltsrechnung mit mehr Kategorien natürlich steigt. Die Einnahmen sollten jedenfalls höher als die Ausgaben sein - um eine vernünftige monatliche Sparquote zu erzielen, wäre ein Überhang von ca. 10 Prozent empfehlenswert.


Du erstellst dir die reguläre Aufstellung daher um ein Gefühl für deine Einnahmen und insbesondere Ausgaben zu bekommen. Es geht nicht darum, jeden Euro zweimal umzudrehen und an allen Ecken und Enden zu sparen.


Tipps, wie oder wo du dir dennoch monatlich Geld sparen kannst und auf was du achten sollst, erfährst du in einem meiner nächsten Blogs.


"Wer gut wirtschaften will, sollte nur die Hälfte seiner Einnahmen ausgeben, wer reich werden will, sogar nur ein Drittel" - Francis Bacon

Warum ist so eine Haushaltsrechnung überhaupt notwendig, das ist doch nur aufwendig?

Eines vorweg - man muss sich nicht täglich mit dem Thema beschäftigen. Ich würde sogar soweit gehen und sagen, dass du für deine Finanzen monatlich nicht mehr als ein paar Stunden investierst. Da passt der Spruch "Vorbereitung ist das halbe Leben" ganz gut.


Die Idee einer Haushaltsrechnung ist die, dass man sich selbst ins Bewusstsein bringt, wie viel man monatlich wofür ausgibt. Oder weißt du, wie viel du monatlich zum Essen gehen oder für Kleidung ausgibst?

Wenn du dir für ein paar Monate konsequent einen Tag im Monat Zeit nimmst und alle Rechnungen oder Zahlungsvorgänge deines Girokontos in deine Haushaltsrechnung überträgst, bekommst du recht schnell ein Gefühl dafür, wofür du dein hart erarbeitetes Geld eigentlich ausgibst und an welchen Stellen du eventuell Einsparungen durchführen kannst. Ob du dafür ein kleines Excel-File zusammenstellst so wie ich, oder eine der vielen (teilweise kostenlos) verfügbaren Apps verwendest, ist dabei nebensächlich. Wichtig ist nur, dass du den Prozess möglichst effizient gestaltest und so wenig Zeit wie möglich dafür aufbringst. Immerhin soll das Thema Geld nicht die ganze Freizeit aufbrauchen.


Ein paar Ideen zum Erstellen sowie unterstützende Unterlagen zur Erstellung eines Haushaltsbuches kannst du in den folgenden Links finden:





Die Bilanz sowie das Haushaltsbuch sind erstellt - was nun?

Gratulation, wenn du es schon soweit geschafft hast - der erste wichtige Schritt, um deine persönlichen Finanzen selbst in die Hand zu nehmen, ist getan. Nun weißt du über deine Vermögenssituation sowie deine monatlichen Zahlungsflüsse bestens Bescheid. Hast du Fragen dazu? Melde dich bei mir!


Jetzt ist es wichtig, dir darüber Gedanken zu machen, was du mit dem Geld machen willst, das monatlich übrig bleibt. Sparkonto, Sparbuch, Aktien, Immobilien - es gibt viele Möglichkeiten. Wichtig ist deine persönliche Zielsetzung und Risikoaffinität.

In meinen weiteren Blog-Artikeln kannst du mehr darüber lesen!


Wir lesen uns,

Euer eduInvest!


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